Herzlich willkommen bei der katholischen Pfarrei Sankt Vicelin


Herbstgruß des Pfarradministrators Propst Dr. Thomas Benner

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage,
liebe Mitglieder und Freunde unserer Pfarrei!

Es war ein ziemlich durchwachsener Sommer. Kaum war er da, verabschiedet er sich auch schon wieder. Ein Lied aus unserem Gotteslob, das ich gerne singe (Nr. 465), nimmt diese Zeit in den Blick.

Das Jahr steht auf der Höhe,
die große Waage ruht.
Nun schenk uns deine Nähe
und mach die Mitte gut.
Herr, zwischen Blühn und Reifen
und Ende und Beginn.
Lass uns dein Wort ergreifen
und wachsen auf dich hin.

Die schöne Sommerzeit bleibt nicht. Nach dem längsten Tag werden die Tage wieder kürzer. Und der Zyklus der Jahreszeiten nimmt vorweg, was unserem ganzen Leben beschieden ist. Das Bild von der Waage (1. Strophe) beschreibt einen Schwebezustand: Zwischen dem Auf und Ab der beiden Waagschalen gibt es nur einen Punkt des Gleichgewichts. So ist es auch mit dem Tageslicht im Jahreslauf. Die Waage erinnert uns daran, auf das Heute zu achten und die Zeit gut zu nutzen.

Kaum ist der Tag am längsten,
wächst wiederum die Nacht.
Begegne unsren Ängsten
mit deiner Liebe Macht.
Das Dunkle und das Helle,
der Schmerz, das Glücklichsein
nimmt alles seine Stelle
in deiner Führung ein.

Wir werden an die Vergänglichkeit unseres Daseins erinnert (2. Strophe) und zur Wachsamkeit ermahnt: „Das Jahr lehrt Abschied nehmen schon jetzt zur halben Zeit. Wir sollen uns nicht grämen, nur wach sein und bereit.“ (3. Strophe)

Das Jahr lehrt Abschied nehmen
schon jetzt zur halben Zeit.
Wir sollen uns nicht grämen,
nur wach sein und bereit,
die Tage loszulassen
und was vergänglich ist,
das Ziel ins Auge fassen,
das du, Herr, selber bist.

Die 4. Strophe lädt uns ein auf Christus zu schauen:

Du wächst und bleibst für immer,
doch unsre Zeit nimmt ab.
Dein Tun hat Morgenschimmer,
das unsere sinkt ins Grab.
Gib, eh die Sonne schwindet,
der äußre Mensch vergeht,
dass jeder zu dir findet
und durch dich aufersteht.

Die „große Waage“ – das Sinnbild für das Abmessen und Zeitgewähren durch den Schöpfer – ruht nur scheinbar. Das christliche Zeitverständnis sieht ja keinen Kreis und keine Wiederholung des Immergleichen, sondern ein „Wachsen auf dich hin“. So schließt das Lied mit der Hoffnung: „dass jeder zu dir findet und durch dich aufersteht“. Zeit und Ewigkeit sind nicht nur ein unversöhnlicher Gegensatz, denn es gibt eine Brücke zwischen ihnen. Das ist das Ereignis der Auferstehung Jesu Christi, an dem wir Anteil haben.

Herzlich grüßt

Ihr Propst Benner (Pfarradministrator)


Hier können Sie das Pastoralkonzept unserer Pfarrei lesen: Pastoralkonzept Ostsee-Holstein PDF

Pastoraler Raum Ostsee-Holstein

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